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Banksy im Museum, auf Tassen & T-Shirts
Das private MOCO Museum Amsterdam zeigte über den Jahreswechsel eine nicht autorisierte Schau von Arbeiten des britischen street art Künstlers Banksy. Eins seiner Werke, Girl with Balloon, letzten Oktober bei Sotheby's für 1.3 Mio. Euro versteigert, hatte sich unmittelbar nach der Auktion selbst geschreddert; ein radikales Statement des anonym bleibenden Künstlers gegen den Kunstmarkt. Doch nach Amsterdam. Es war eindrücklich, die Motive versammelt zu sehen, die Banksy berühmt machten: das erwähnte Girl with Balloon, die Kids on Guns, den Leoparden, der aus dem Barcode ausbricht u.a.m. Viele junge Menschen drängten durch die Räume und am Schluss in den Verkaufsshop, wo es all die Graffittis auf T-Shirts und Tassen als Souvenirs zu kaufen gab. Auch den Leoparden, Inbegriff von Natur und Freiheit.

Banksys Leopard, der aus dem Barcode-Gefängnis ausbricht: Der Barcode als Symbol unserer modernen Konsumgesellschaft und der totalen Identifizierbarkeit. Gescannt werden heisst existieren, lesbar sein, identifizierbar sein, käufliche Ware sein. Nun prangt der aus dieser Logik ausgebüxte Leopard auf den Souvenirs. Wer verdient am Merchandising? Was hält Banksy vom Ganzen? Wovon lebt er überhaupt? Und wie lange kann der gesellschaftskritische Kunstrebell seinen Widerstand noch durchziehen?